Lesetipp:

Einsturz am Brandenburger Tor

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Einsturz am Brandenburger Tor

Wer mit der Berliner S-Bahn von der Station Brandenburger Tor in Richtung Potsdamer Platz fährt, unterquert mit scharfer Linkskurve das südliche Torhaus des Wahrzeichens und passiert unter der Ebertstraße jene Stelle, an der es am 20. August 1935 zu einem folgenschweren Unfall kam, der 19 Bauarbeiter das Leben kostete. Das Unglück ist damals politisch instrumentalisiert worden: Der Gau Groß-Berlin der NSDAP hatte am Dom eine pompöse Beisetzungsfeier organisiert; die Berichte davon übertönten Fragen zu den Unglücksursachen.

Verbogene Rammträger in der Baugrube

Wolfgang Kiebert hat einige der Gutachten gesichtet, die von Seiten der Anklage und von den Verteidigern für den vor dem Landgericht Berlin stattgefundenen Prozess erstellt worden waren. Die darin enthaltenen Untersuchungsergebnisse unterschiedlicher Fachleute, die Unfallskizzen und seltene Detailfotos von der Einsturzstelle geben interessante Einblicke in die damalige Situation beim Bau dieser S-Bahn-Strecke und vermitteln neue Erkenntnisse über die Schwierigkeiten, die bei Planung und Bau des Nord-Süd-Tunnels der Berliner S-Bahn auftraten.

Umgestürzte Baugrubenwand

Wolfgang Kiebert:
Vor 75 Jahren: Einsturz beim Bau der Nordsüd-S-Bahn
Gutachter zu Unglücksursachen beim Tunnelbau nahe Brandenburger Tor

In: „Verkehrsgeschichtliche Blätter“, Heft 4/2010, S. 90-97

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